Der Darm und die Darmflora
Unserer zentrales Thema ist ein zentrales Organ des menschlichen Körpers: der Darm.
Der Darm spielt eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden und die Gesundheit unseres Körpers.
Er erfüllt nicht nur lebenswichtige Funktionen der Verdauung und der Ausscheidung, sondern bildet auch gemeinsam mit dem darmassoziierten Immunsystem das größte Immunorgan des
Menschen.
Mit ca. 7 m Länge und ca. 400 qm Oberfläche (das entspricht zwei Tennisfeldern!) bietet der Darm eine enorm große Kontaktfläche zur Aussenwelt.

Bevölkert wird der Darm von ca. 10e14 (das sind 100 Billionen) der unterschiedlichsten Bakterien: die sogenannte Darmflora.
Diese kleinen, lebendigen Helfer leben in einem komplexen
Ökosystem im Darm. Als wichtige Vertreter der Darmflora
gelten Milchsäurebakterien, wie z.B. Lactobazillen und
Bifidobakterien. Sie unterstützen den Darm in seinen für
den Menschen außerordentlich wichtigen Aufgaben.

Funktionen der intakten Darmflora
1. Mikrobielle Barriere: Schutz vor pathogenen Keimen
Die Darmbakterien besetzen die Rezeptoren an den Zellen der Darmschleimhaut und sorgen für eine dichte Besiedlung der Muzinschicht. Diese Eigenschaft bezeichnet man als Kolonialresistenz.
Sie schützt uns davor, dass sich andere, schädliche Keime festsetzen können.
Durch die Freisetzung sauerer Stoffwechselprodukte (z.B. Milchsäure) wird der pH-Wert des Darms im sauren Bereich stabilisiert. Über diese pH-Regulation wird der Besiedlung mit fremden Keimen vorgebeugt und das harmonische Gleichgewicht der Darmflora aufrechterhalten.
Die Produktion von bakterienhemmenden oder –tötenden Substanzen (z.B. kurzkettige Fettsäuren, Schwefelwasserstoff, Wasserstoffperoxid, Antibiotika-ähnliche Substanzen) hemmt pathogene Erreger in ihrem Wachstum.
2. Stimulation der Körperabwehr
Die Hauptaufgabe der physiologischen Darmflora besteht in der Unterstützung der unspezifischen Abwehrreaktionen des Darms und in der Stimulierung des darmassoziierten Immunsystems. Ein ständiges Training des Immunsystems durch die Darmbakterien ist eine wichtige Voraussetzung für eine intakte Immunabwehr.
3. Nährstoffversorgung der Dickdarmschleimhaut und Anregung der Darmmotilität
Kurzkettige Fettsäuren als Abbauprodukte des bakteriellen Stoffwechsels sind für die Aufrechterhaltung des Energiehaushaltes der Dickdarmschleimhaut besonders wichtig. Sie decken ca. 50% des Energiebedarfs ab und üben einen stimulierenden Reiz auf die Darmmotilität und somit einen verdauungsfördernden Effekt aus.
4. Vitaminproduktion
Viele Darmbakterien sind in der Lage, für den Menschen wichtige Vitamine wie beispielsweise Vitamin K, Vitamin B12, Pantothensäure und Folsäure zu bilden.
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